Skylla und Clarybdis in den Sommerferien

Das noch ein Eindruck von Windstärke 8-9

 

Gerade haben wir die Straße von Messina passiert und tuckern jetzt wieder nach Westen in Richtung Palermo. Keine Spur von Dramatik, kein Wind, keine Welle, nur ca 2 Knoten südlaufender Strom, so dass Percy etwas kräftiger schieben musste um uns zwischen den hin- und herumwuselnden Fähren durchzubringen. Immerhin haben wir ein Schwertfischfängerboot gesehen. Drei Mann sitzen im Masttop und halten Ausschau nach den Fischen, von dem unglaublich langen Ausleger am Bug wird harpuniert. Damit möchte ich nicht anlegen müssen.

Vorgestern gingen wir nach einer sehr ruhigen Ankernacht und erfolglosem Einkaufsversuch in der Mittagshitze in Monastere ankerauf und segelten Richtung Südwesten die italienische Küste hinab.

Der Landgang war der erste echte Einsatz des von Peter meisterlich geflickten Schlauchbootes. Den Motor habe ich auf die Hälfte an möglichem Gas gedrosselt, das ist jetzt gerade so zu dosieren.

Ein komisches Gefühl, Anori so ganz allein zurückzulassen. Da der Anker aber über Nacht (überwacht von der Ankerwache App) so brav gehalten hatte trauten wir uns auch bei auflandigem Wind ihr den Rücken zu kehren. Bei 7 Mensch Crewstärke musste das Dinghi 2x fahren.

Eis und Panini gab es von in einer kleinen Bar mit herrlicher Mamma-Chefin dann aber auch noch.

Dann musste erst mal die Genua repariert werden. Die hatte ich extra in Preveza einer Segelmacherin gegeben damit sie die UV-Schutzkante wieder annäht, da die Nähte aufgingen. Aber genau die hängt jetzt teilweise in Fetzen herab. Keine Ahnung wo da was genäht sein soll. Also musste ich die schadhaften Stellen erstmal entfernen und mit selbstklebenden Segelflicken sichern. Vielleicht finden wir in Palermo einen Segelmacher der uns das wieder repariert oder komplett erneuert.

Ausserdem kämpfen wir immer noch mit dem Großbaum, das SCH….ding klemmt ständig und es ist manchmal echt nicht möglich das Großsegel zu setzen ohne dabei fast Winsch oder Blöcke vom Deck zu reißen. Es treibt mich ziemlich in den Wahnsinn. Eine Mistkonstruktion, scheint es. Obwohl sehr angenehm wenn gerefft werden muss, schon schön ohne Turnerei auf dem Kajütdach. Kriegen wir hin, justiert haben wir schon einiges, als nächstes muss wohl die Reffleine gegen eine dünnere getauscht werden. Im Moment gehts nur wenn jemand penibel an der Seiltrommel das Reffseil beim Wickeln dirigiert und immer mal an der Spindel dreht.

Dann machen wir Wasser über die Ruderlager, und das nicht zu knapp, ausserdem sind sämtliche Fenster im Rumpf undicht, nicht schön bei Lage oder ordentlich Welle.

Auch das Backbordklo braucht neue Pumpendichtungen, und die Fäkalientankpumpe läuft unfassbar langsam. Stunden später und der Tank ist scheinbar immer noch nicht leer. Mmmh.

Ach, und der FI vom Generator geht fällt wenn das Boot zu sehr schaukelt – Wasser drin oder Kabel angescheuert irgendwo?

Großes altes Boot – große und kleine alte und neue  Probleme. Es scheint ein Reparaturtag steht an. Palermo!

Dann bau ich ne Lenzpumpe ins Ruderabteil, damit die Suppe nicht weiter in den Motorraum und von dort weiter in sämtliche weiteren Bilgenabteile schwappt.Und die Fenster werden von aussen großzügig mit Sikaflex abgedichtet. Ausserdem soll dort ja die passende Windanzeige auf uns warten.Und was ich dann sonst noch so schaffe.

Da hätten wir auch gleich unsere Wunschliste:

-AIS-Transponder

-Schwerwetterfock ca. 18qm für das innere Vortag, Lieklängen werden auf Anfrage kommuniziert 😉

-alle Fallen aufs Salondach und dort noch 2 Arbeitswinschen – ein Projekt für später

-erstmal die Genuaschoten durch Fallenstopper führen um sie von der Winsch holen zu können wenn auf Backbordbug zB. das Groß gerefft werden muss.

– noch min 2 Solarpanels á 100-150W.

-unendliches Datenvolumen für unsere Mobiltelefone um viele Fotos hochladen zu können.

-WIND aus Ost oder Nord oder Süd und alles dazwischen, speziell für die Passage nach Sardinien.

-Dieseltankkarte um Percy zu füttern mit unlimited Budget

to be continued!

Während wir dann unter Segeln bei Südwind am Wind mit ca. 5 Knoten unterwegs waren, begleitete uns am frühen Abend eine Gruppe von mindestens 5 Delphinen! Sie sprangen uns geradezu vor den Bug, passierten uns dann achterlich, kamen von der anderen Seite, es war wirklich großartig. Ungefähr 10 Minuten waren sie in Sicht. Darauf hatten wir schon sehnlich gewartet, aber es ist schon was Besonderes diese wunderbaren Tiere so frei dahinflitzen zu sehen. Viel zu schnell waren sie wieder weg.

Am Abend liefen wir wieder im Dunkeln einen Ankerplatz an, der sich am frühen Morgen als ziemlich rollig erwies. Wind von vorn, Welle quer, das nervt…

Am Morgen versuchten wir dann etwas früher loszukommen (das versuchen wir immer, klappt nicht so richtig, frustriert mich unnötigerweise auch noch, da muss ich mich dran gewöhnen…), und konnten gegen frühen Nachmittag bei Ostwind und Kurs West endlich mal den Blister aus seinem Schapp unter der Bugkabinenkoje herausholen und herrlich gemütlich vor dem Wind dahingleiten. 6 Knoten Wind, 4 Knoten Fahrt, sehr effektiv. Und ruhig genug die Kinder endlich mal wie schon oft verlangt im Schlauchboot hinterherzugehen. Ausstaffiert wurden sie dafür mit Proviant, Mützen und Funkgerät. Auf 20m weggefiert waren sie glücklich und wir auch denn es war so schon still aufm Kahn… Schleppgebadet wurde auch noch, es ließ sich ohne nicht aushalten.

Am Abend liefen wir dann in die Straße von Messina ein, Kurs Nord, zum Hafen von Reggio Calabria. An den Hängen über der Stadt Waldbrände, Feuerlöschflugzeuge waren im Einsatz und nahmen gefühlt mitten in der Hafeneinfahrt Wasser auf.

Der Hafen von Reggio Calabria ist ein ziemlicher Industriehafen, schmutzig, aber praktisch. Billig aber nicht. Wie sonst auch kommen wir nicht unter 70 Euro weg, trotz „Que Belli Bambini – Que Grande Familia“ Rabatt.

Immerhin ein fantastisches Anlegemanöver – Anori und ich finden langsam zusammen, auch wenn sie im Rückwärtsgang wirklich absolut macht was sie will, Ruderlage schietegal. Da hilft nur kurz und kräftig Gegengas vorwärts zum korrigieren und manchmal das Bugstrahlruder.

In der Marina wurden wir von Savario, Taxifahrer und Käse- und Weinproduzent sowie Yachtie-Bekümmerer gleich über all seine Dienste aufgeklärt. Seit Jahrzehnten scheint er das schon zu machen. Wein Bier Käse Shopping alles kein Problem.

Wir gehen essen und landen in der Cantina die 100 Gusto am Rande des Zentrums, sehr lecker aber laaaaangsaaaaam…wir scheinen auch so ne Aura zu haben, war in Kerkira auch schon so, oder wir bestellen zu komplizierte Sachen wie zB Pizza. Tische die nach uns bestellt haben essen schon als wir endlich auch was kriegen, die Kinder sind schon fast von den Stühlen gefallen vor Hunger.

Zum Glück haben die Flieger die Waldbrände gelöscht als wir zum Boot zurückkommen, es kehrt Ruhe ein.

Am Morgen hat uns Savario tatsächlich schon Croissants an den Steg gehängt! Überredet, für 15 Euro darf er Alma und Peter zum Einkaufen fahren, Gas in die leere zweite Flasche will er auch auffüllen können.

Als die beiden dann wiederkommen, haben sie kein Gas dafür aber 2 Flaschen Wein und einen Laib Ziegenkäse aus Savarios Garage dabei (Peter findet der schmeckt wie ausgelatschter Kaugummi) und es soll nun 55 Euro kosten…Das Seglerleben ist echt teuer!

Dann Wassertanken, Boot vom Salz der letzten Tage freiwaschen und schnell weiter, wie eingangs erwähnt die Straße von Messina hinter uns lassend. Jetzt sind es noch 120SM und 3 Tage bis Palermo wo Alma uns leider schon verlassen muss.

Vorraus liegen die Äolischen Inseln in Sicht und auf Motorbooten wird ringsum gebadet und geangelt. Das machen wir jetzt auch, also klar zum Ankermanöver…

Nach vollbrachtem Baden (das so herrlich blaue Wasser ist leider doch ganz schön verseucht mit Plastefetzen, aber warm und weich) steuern wir jetzt einen Ankerplatz an der Westseite des Capo di Milazzo an. Ohne Percy ginge nix, der Wind is wohl auch im Sommerurlaub. Und ich werde jetzt mal die Angel auspacken, vielleicht gibts was leckeres zum Abendessen?

 

PS: ich konnte immer noch niemand anderen der Crew zum Schreiben überreden, ich arbeite dran.

One thought on “Skylla und Clarybdis in den Sommerferien”

  1. Que lindo!! me gusta leer vuestras aventuras. A ver si los niños escriben algo tambien 😉 ! aunque sea dos lineas, en el idioma que sea. Es wäre schön, Ihre Ansicht zu lesen.
    Besos, y saludos a Marco si lo llegan a ver en Sardegna

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